Überstunden berechnen und Zuschläge verstehen

Überstunden ergeben sich aus Iststunden minus Sollstunden. Für eine mögliche Auszahlung multiplizieren Sie die Stunden mit dem Stundenlohn und einem vereinbarten Zuschlag. Bei 1:45 Stunden, 20 € Stundenlohn und beispielhaft 25 % Zuschlag sind das 43,75 € brutto.

Im Überstundenrechner können Sie Soll- und Istzeit, Stundenlohn und einen möglichen Zuschlag eingeben.

Sollstunden und tatsächlich geleistete Zeit

Die Sollarbeitszeit ergibt sich zum Beispiel aus dem Arbeitsvertrag: 8 Stunden am Tag oder 40 Stunden in der Woche. Die Istzeit ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit ohne Pausen. Liegt sie über dem Soll, zeigt die Differenz die zusätzlichen Stunden. Eine negative Differenz ist nicht automatisch eine rechtlich zulässige Minusstunde. Der Rechner zeigt den Zahlenwert sowohl in Stunden und Minuten als auch dezimal an.

Beispiel Woche: Soll 40:00, Ist 43:15 → Überstunden 3:15 = 3,25 h. Bei 22 € Grundlohn und 25 % Zuschlag: 71,50 € + 17,88 € = 89,38 €.

Wann gibt es einen Zuschlag?

Für gewöhnliche Überstunden gibt es keinen allgemeinen gesetzlichen Zuschlag. Die Werte 25, 50 und 100 Prozent in der Tabelle sind nur Rechenbeispiele; Ihr Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der Arbeitsvertrag können etwas anderes vorsehen. Eine pauschale Klausel wie „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ ist nicht automatisch wirksam. Ob zusätzliche Arbeit zu vergüten ist, hängt vom Einzelfall ab. Für Nachtarbeit enthält § 6 Abs. 5 ArbZG eine besondere Regelung zum Ausgleich.

Anlass Beispielzuschlag Herkunft
Überstunden allgemein25 %Nur falls vereinbart
Nachtarbeit25–50 %Beispiel; § 6 Abs. 5 ArbZG beachten
Sonntagsarbeit50 %Nur falls vereinbart
Feiertagsarbeit100 %Nur falls vereinbart

Rechenbeispiele, keine allgemein geltenden Zuschläge. Stand: September 2026

Auszahlung oder Freizeitausgleich?

Ob Überstunden ausgezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden, richtet sich nach der geltenden Vereinbarung. Ein Ausgleich kann Stunde für Stunde erfolgen; ein höherer Satz muss vereinbart sein. Prüfen Sie auch mögliche Ausschlussfristen und halten Sie den Stundenstand regelmäßig fest.

Die 10-Stunden-Grenze des ArbZG

§ 3 ArbZG sieht grundsätzlich 8 Stunden werktägliche Arbeitszeit vor. Eine Verlängerung auf höchstens 10 Stunden ist möglich, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen durchschnittlich 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Der Rechner weist auf Istzeiten über 10 Stunden hin. Gesetzliche Ausnahmen sind gesondert zu prüfen; ein Zuschlag macht eine Überschreitung allein nicht zulässig. Mehr dazu im Ratgeber Pausen nach dem ArbZG.

Überstunden dokumentieren

Notieren Sie je Tag Beginn, Ende, Pausen und den Anlass zusätzlicher Arbeit. Der Stundenzettel-Generator bietet dafür druckbare Blätter. Vergleichen Sie Ihre Aufzeichnungen regelmäßig mit der betrieblichen Zeiterfassung. Für die Differenz zwischen Soll und Ist können Sie den Überstundenrechner verwenden; der Arbeitszeitrechner hilft bei einzelnen Schichten.

Überstunden im Arbeitszeitkonto führen

In einem Arbeitszeitkonto werden Soll- und Iststunden gegenübergestellt und der Saldo fortgeführt. Welche Grenzen und Fristen gelten, steht in der jeweiligen Vereinbarung. Häufig geregelt werden:

  • Obergrenze (z. B. +100 Stunden) und Untergrenze (z. B. −40 Stunden) begrenzen den Saldo.
  • Wie und wann ein positiver Saldo durch Geld oder Freizeit ausgeglichen wird.
  • Bis wann angesammelte Stunden abgebaut werden sollen.

Rechnen Sie die Monatswerte nach, bevor sich Fehler ansammeln. Für die Umrechnung hilft der Dezimalstunden-Umrechner. Bewahren Sie Ihre Aufzeichnungen aus dem Stundenzettel auf, besonders wenn ein Jobwechsel ansteht. Wie ein Restguthaben behandelt wird, hängt von Vertrag und Kontomodell ab.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Überstunden aus?

Ziehen Sie die Sollstunden von den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ab. Bei 8 vereinbarten und 9:45 gearbeiteten Stunden ergibt das 1:45 zusätzliche Stunden oder 1,75 Dezimalstunden. Mit Stundenlohn und Zuschlag berechnet der Rechner einen möglichen Bruttobetrag. Einen Vergütungsanspruch prüft er nicht.

Welche Zuschläge sind üblich?

Einen allgemeinen gesetzlichen Überstundenzuschlag gibt es nicht. Ob und in welcher Höhe ein Zuschlag gezahlt wird, ergibt sich aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag. Für Nachtarbeit gelten besondere gesetzliche Regeln.

Kann ich Überstunden in Freizeit ausgleichen?

Freizeitausgleich kann im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer anderen geltenden Vereinbarung vorgesehen sein. Prüfen Sie dort, wie viele freie Stunden Ihnen zustehen und wann Sie diese nehmen können. Ein höherer Ausgleich als eine Stunde Freizeit je Überstunde muss sich aus der Vereinbarung ergeben.

Wie weise ich Überstunden nach?

Notieren Sie Datum, Beginn, Ende, Pausen und den Anlass der Mehrarbeit. Eine Bestätigung durch den Vorgesetzten kann hilfreich sein. Im Streitfall kommt es auch darauf an, ob der Arbeitgeber die Überstunden angeordnet, gebilligt oder geduldet hat.

Quellen und weiterführende Links

Allgemeine Informationen ohne Gewähr. Für Ihren Fall sind die geltenden Vorschriften, Vereinbarungen und die einschlägige Rechtsprechung maßgeblich.