Arbeitszeit berechnen: Formel, Pause, Dezimalstunden
Direkt ausprobieren — der Arbeitszeitrechner rechnet Brutto, Netto, Pausen und Dezimalstunden:
Leer lassen = keine Überstunden-Berechnung
Netto-Dezimalstunden × Lohn = Brutto-Verdienst
Netto-Arbeitszeit
–Std.
Ende − Start − Pause
Dezimalstunden–
Überstunden–
Brutto-Verdienst–
Formel: Netto-Arbeitszeit = (Ende − Start) − Pause(n) · Dezimalstunden = Minuten ÷ 60
Keine Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr. Stand 2026.
Wie lautet die Formel für die Arbeitszeit?
Die Grundformel ist immer gleich:
Brutto-Arbeitszeit = Endzeit − Startzeit
Netto-Arbeitszeit = Brutto-Arbeitszeit − Pausen
Dezimalstunden = Netto-Minuten ÷ 60
Beispiel: Sie arbeiten von 08:00 bis 16:30 — das sind 8:30 Stunden brutto. Mittags machen Sie 30 Minuten Pause: 8:30 − 0:30 = 8:00 Stunden netto. In Dezimalstunden sind das 8,00 — der Wert, den Excel, DATEV und die Lohnbuchhaltung erwarten.
Brutto oder netto — welcher Wert zählt?
Für alles Rechtliche und Geldwerte zählt die Netto-Arbeitszeit: Sie bildet die tatsächlich gearbeitete Zeit. Die Brutto-Zeit ist nur der erste Rechenschritt — sie enthält Pausen, die gesetzlich Ruhezeiten sind. Auch für die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes (8/10 Stunden pro Tag, Pausenpflicht) wird mit Netto-Werten gerechnet. Ausnahmen mit bezahlten Pausen ändern nichts an der Einstufung: Bezahlte Pause bleibt Pause, auch wenn sie vergütet wird.
Wie zähle ich die Pause richtig ab?
Alle Pausen des Tages werden summiert — ob eine lange oder zwei kurze. Gesetzlich gilt ab mehr als 6 Stunden Arbeit eine Mindestpause von 30 Minuten, ab mehr als 9 Stunden von 45 Minuten; jeder Pauseblock muss mindestens 15 Minuten lang sein (§ 4 ArbZG, Details im Ratgeber Pausen nach dem ArbZG). Der Rechner oben warnt automatisch, wenn Ihre Pause unter dem gesetzlichen Minimum liegt.
Was ist mit Nachtarbeit über Mitternacht?
Endet die Schicht nach Mitternacht, endet sie rechnerisch am Folgetag. Der Trick: die Zeit bis Mitternacht plus die Zeit danach. 22:00 bis 06:00 = 2 Stunden (bis 24:00) + 6 Stunden (ab 00:00) = 8 Stunden brutto. Wichtig für den Stundenzettel: die Stunde gehört zum Starttag, wenn Betrieb und Vertrag nichts anderes regeln — bei Schichtzulagen für Nachtarbeit zählt außerdem der konkrete Nachtzeitraum.
Beispiel Nachtschicht: Start 21:30, Ende 06:00, Pause 30 Minuten. Brutto = 8:30, Netto = 8:00 = 8,00 Dezimalstunden.
Arbeitszeit für Woche und Monat berechnen
Tageswerte lassen sich einfach aufsummieren — vorsichtig bei Minuten: erst Stunden und Minuten getrennt addieren, dann volle 60 Minuten in Stunden umwandeln (mehr dazu im Stunden-Addierer). Für die Wochenansicht lohnt der Blick auf die Sollarbeitszeit: 40 Vertragsstunden minus 43:15 Ist = 3:15 Überstunden (Rechner: Überstundenrechner). Für den Monat hilft der Durchschnittsfaktor von etwa 4,33 Wochen pro Monat — so rechnen auch Minijob-Prüfungen (siehe Minijob-Stundenrechner).
Arbeitszeit in Excel berechnen — der schnellste Weg
Tragen Sie Start und Ende als Uhrzeiten ein (08:00, 16:30). Dann liefert:
=(B2-A2)*24→ Bruttostunden als Dezimalzahl (Format: Zahl, 2 Stellen)=(B2-A2)*24-C2/60→ Netto, wenn in C2 die Pausenminuten stehen=B2/24→ zurück von Dezimal in Uhrzeit
Wer keine Formeln pflegen will: Der Stundenzettel-Generator exportiert Datum, Start, Ende, Pause, Netto und Dezimalstunden als CSV — direkt importierbar in Excel oder für DATEV-Abgaben.
Dezimalstunden: der Stolperstein
Aus 7:30 Netto-Stunden wird 7,50 — nicht 7,30. Minuten sind 60er-Schritte, Dezimalstellen 100er-Schritte. Wer 7,30 in die Lohnbuchhaltung schreibt, verschenkt 12 Minuten pro Tag. Die vollständige Tabelle und den Zweisichts-Rechner finden Sie unter Dezimalstunden umrechnen.
Die gesetzlichen Grenzen im Blick behalten
Wer Arbeitszeit berechnet, stolpert früher oder später über die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes. Die wichtigsten im Überblick — jeweils bezogen auf die Netto-Arbeitszeit, also ohne Pausen:
- Werktägliche Arbeitszeit: maximal 8 Stunden (§ 3 ArbZG), ausnahmsweise 10 Stunden — nur wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden nicht überschritten werden.
- Ruhepausen: ab 6 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten, ab 9 Stunden mindestens 45 Minuten; Blöcke von mindestens 15 Minuten; spätestens nach 6 Stunden muss die Pause beginnen (§ 4 ArbZG).
- Ruhezeit: zwischen zwei Arbeitstagen mindestens 11 ununterbrochene Stunden (§ 5 ArbZG) — wichtig bei Spätschicht gefolgt von Frühschicht.
- Sonn- und Feiertagsarbeit: grundsätzlich nur mit Ausnahmebewilligung (§§ 9 ff. ArbZG).
Ein Rechenbeispiel zur Ruhezeit: Schichtende um 22:30 Uhr bedeutet frühestens 09:30 Uhr Arbeitsbeginn am nächsten Tag. Wer um 07:00 anfangen soll, dem fehlen gesetzliche zwei Stunden Ruhezeit — der Rechner oben kann Tageswerte prüfen, die Ruhezeit muss aber über zwei Tage hinweg gedacht werden. Für Arbeitnehmer in Schichtsystemen gelten teils ergänzende Regelungen durch Tarifverträge.
Und noch ein Hinweis zur Woche: Ein Arbeitszeitgesetz-Wochenmaximum gibt es nicht — die Grenzen gelten pro Tag und über den 6-Monats-Durchschnitt. Aus 8 Stunden Regelarbeitszeit und 6 Arbeitstagen ergibt sich rechnerisch eine 48-Stunden-Woche als absolute Obergrenze, praktisch begrenzen Verträge und Tarife das meist deutlich früher.
Häufige Fragen
Zählt die Pause zur Arbeitszeit?
Nein. Pausen sind Ruhezeiten und gehören nicht zur Arbeitszeit. Für die Netto-Arbeitszeit werden sie von der Brutto-Zeit abgezogen. Ob eine Pause bezahlt wird, regelt der Arbeitsvertrag — gesetzlich besteht kein Anspruch auf bezahlte Pausen.
Wie berechne ich Arbeitszeit in Excel?
Start- und Endzeit als Uhrzeit eintragen (z. B. 08:00 und 16:30). Die Formel =(Ende−Start)*24 ergibt die Bruttostunden als Dezimalzahl. Pausenminuten in Stunden umrechnen und abziehen: =(Ende−Start)*24−PauseMin/60. Alternativ den Stundenzettel-Generator mit CSV-Export nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Arbeitszeit?
Brutto-Arbeitszeit ist die Zeit von Start bis Ende. Netto-Arbeitszeit ist die Brutto-Zeit minus Pausen. Nur die Netto-Zeit zählt als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes und als vergütbare Zeit.
Wie rechne ich Arbeitszeit bei Nachtschicht?
Endet die Schicht nach Mitternacht, liegt das Ende am Folgetag. Rechnerisch wird die Zeit über Mitternacht einfach auf 24 Stunden aufgestockt: 22:00 bis 06:00 = 2 + 6 = 8 Stunden. Der Rechner oben erkennt das automatisch.
Quellen und weiterführende Links
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG) — gesetze-im-internet.de
- § 3 ArbZG: Arbeitszeit der Arbeitnehmer
- § 4 ArbZG: Ruhepausen
Alle Angaben ohne Gewähr; verbindlich sind ausschließlich die Gesetzestexte und die Rechtsprechung. Stand: September 2026.
Keine Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr. Stand 2026.