Wie viele Stunden darf ich 2026 im Minijob arbeiten?

Kurzantwort: Im Minijob gibt es keine gesetzliche Stundengrenze. Es zählt allein die Verdienstgrenze: 603 € pro Monat im Jahr 2026. Beim Mindestlohn von 13,90 € sind das rund 43,4 Stunden pro Monat — etwa 10 Stunden pro Woche.

Die eigenen Stunden prüfen? Der Minijob-Stundenrechner 2026/27 rechnet Maximalstunden, Restbudget und Status direkt aus.

Der Mythos von der 10-Stunden-Woche

Hartnäckig hält sich die Behauptung, Minijobber dürften „maximal 10 Stunden pro Woche“ oder „nicht mehr als 2 Stunden pro Tag“ arbeiten. Beides stimmt nicht. Das Gesetz kennt für Minijobs keine Stundengrenze — der Status hängt allein am regelmäßigen Monatsverdienst. Die 10-Stunden-Figur stammt vermutlich aus Rechenbeispielen: 603 € geteilt durch Mindestlohn geteilt durch 4,33 Wochen ergibt ungefähr 10 Wochenstunden. Das ist ein Rechenergebnis bei Mindestlohn, keine Gesetzesregel.

Wie viele Stunden sind es bei meinem Lohn?

Die Formel: Maximalstunden pro Monat = 603 € ÷ Stundenlohn. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse für gängige Löhne (2026):

Stundenlohn Max. h / Monat Max. h / Woche (÷ 4,33) Max. h / Tag (5 Tage)
13,90 € (Mindestlohn)43,410,02,0
14,00 €43,19,92,0
15,00 €40,29,31,9
16,00 €37,78,71,7
18,00 €33,57,71,5
20,00 €30,27,01,4

Stand: September 2026 · Grenze 603 €/Monat · 7.236 €/Jahr

Der Tageswert dient nur der Orientierung — er trifft nur bei gleichmäßig verteilten Tagen zu. Gesetzlich zählt der Monatsverdienst.

Was zählt zur 603-€-Grenze?

In die Grenze fließt der regelmäßige Monatsverdienst ein: Grundentgelt, Schichtzulagen, Leistungsprämien und ähnliche laufende Bestandteile. Nicht immer mitgerechnet werden steuerfreie Arbeitgeberleistungen (z. B. Zuschuss zum ÖPNV-Ticket), echter Aufwandsersatz wie Fahrtgeld oder einmalige Prämien — hier gelten Sonderregeln der Minijob-Zentrale. Verdienen Sie in einem anderen Job parallel dazu, zählt auch dieser Verdienst: Entscheidend ist das Gesamtentgelt aller Beschäftigungen.

Kurzzeitig über der Grenze — jetzt was?

Der Ausrutscher: Sie haben ein paar Stunden mehr gedreht und liegen bei 615 €. Nach bisheriger Verwaltungspraxis der Minijob-Zentrale führt eine einmalige, nicht planmäßige Überschreitung nicht sofort zum Ende des Minijobs. Kritisch wird es bei Wiederholung oder wenn die Überschreitung absehbar war — dann endet der Minijob-Charakter, und der Arbeitgeber muss reguläre Sozialversicherung abführen (Übergang in den Midijob-Bereich, 2026 bis 2.000 € Monatsentgelt, mit ansteigenden Arbeitnehmerbeiträgen).

Konkret heißt das: Stunden im Blick behalten, Restbudget kennen — der Minijob-Stundenrechner zeigt das Restbudget und einen Status. Und wenn es eng wird: lieber mit dem Arbeitgeber reden, bevor die Abrechnung kommt. Für den Einzelfall gilt weiterhin — bitte Steuerberatung oder Minijob-Zentrale fragen; das ist keine Rechtsberatung.

Minijob 2027: die Grenze steigt

Für 2027 sind eine Anhebung der Grenze auf 633 € und ein Mindestlohn von 14,60 € beschlossen. Weil beide Werte fast proportional steigen, ändert sich an den möglichen Stunden wenig — beim Mindestlohn bleibt es etwa bei 43,4 Stunden pro Monat. Details und Herleitung im Ratgeber Minijob-Grenze 2027.

Stunden nachweisbar machen

Auch im Minijob gilt: Geleistete Stunden sauber dokumentieren — mit dem Stundenzettel-Generator als PDF oder CSV, gerechnet mit dem Arbeitszeitrechner. So lässt sich im Nachhinein jederzeit zeigen, dass die Grenze eingehalten wurde.

Steuern und Sozialversicherung im Minijob 2026

Für Arbeitnehmer ist der Minijob beitragsfrei mit einer Ausnahme: Die Rentenversicherung läuft mit — der Arbeitgeber führt pauschal 15 Prozent ans Betriebsrenten-Institut (bisher Minijob-Zentrale), davon werden 3,6 Prozent auf den Arbeitnehmer umgelegt. Wer das nicht möchte, kann sich befreien lassen — verzichtet dann aber auf Rentenansprüche aus dem Minijob, was sich selten lohnt. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen Minijobber nicht, solange die Grenze eingehalten wird.

Bei der Steuer gibt es zwei Wege: Der Arbeitgeber kann pauschal 2 Prozent Lohnsteuer übernehmen (üblich) — dann erscheint der Minijob nicht in der Steuererklärung. Oder der Minijob wird nach Steuerklasse abgerechnet. Vorsicht bei weiteren Einkünften: Wer zusätzlich rentenversicherungspflichtig beschäftigt ist oder mehr als 603 € verdient, kann aus der Pauschalierung fallen. Für Studenten, Schüler und Azubis gelten Sonderregeln — hier lohnt der Blick in die Infos der Minijob-Zentrale oder die Frage an die Lohnbuchhaltung.

Rechnerisch bleibt für die Stundenplanung nur ein Faktor wichtig: der Brutto-Stundenlohn. Von ihm hängen die Maximalstunden ab — Steuern und Pauschalen ändern an der Grenze nichts, denn sie wird brutto gemessen. Der Minijob-Stundenrechner rechnet deshalb sauber brutto und zeigt Restbudget und Status.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden darf ich 2026 im Minijob arbeiten?

Es zählt nur die Verdienstgrenze von 603 € pro Monat. Beim Mindestlohn von 13,90 € sind das rund 43,4 Stunden im Monat bzw. etwa 10 Stunden pro Woche. Bei höherem Lohn sinken die erlaubten Stunden entsprechend.

Gilt die 10-Stunden-Woche im Minijob?

Nein. Es gibt keine gesetzliche 10-Stunden-Woche für Minijobber. Diese Regel ist ein Mythos — entscheidend ist allein die monatliche Verdienstgrenze.

Was passiert, wenn ich einmalig zu viel verdiene?

Eine einmalige, geringe Überschreitung führt nach bisheriger Verwaltungspraxis meist nicht zum Verlust des Minijobs. Regelmäßige Überschreitungen dagegen schon — dann wird aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiges oder Midijob-Verhältnis.

Darf ich als Minijobber Überstunden machen?

Ja, solange der Monatsverdienst unter der Grenze bleibt. Überstunden „auf Vorrat“, die erst später bezahlt werden, sind heikel: Auch der zu einem späteren Monat ausgezahlte Lohn kann die Grenze des Auszahlungsmonats sprengen.

Quellen und weiterführende Links

Alle Angaben ohne Gewähr; verbindlich sind ausschließlich die Gesetzestexte und die Rechtsprechung. Stand: September 2026.