Pausen nach ArbZG §4: wie viel Pause steht Ihnen zu?
Geben Sie Ihre Arbeitszeit ein, um die gesetzliche Mindestpause zu berechnen.
Für die Pause zählt die Arbeitszeit ohne Pausen (ArbZG §4)
Gesetzliche Mindestpause
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Spätestens ab–
Aufteilungmind. 15 Min./Block
§ 4 ArbZG: bis 6 h Arbeit keine Pflichtpause; über 6 bis 9 h mindestens 30 Min.; über 9 h mindestens 45 Min.
| Arbeitszeit (ohne Pausen) | Mindestpause |
|---|---|
| bis 6 Stunden | keine |
| mehr als 6 bis 9 Stunden | 30 Minuten |
| mehr als 9 Stunden | 45 Minuten |
Stand: September 2026 · Arbeitszeitgesetz §4
Keine Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr. Stand 2026.
Was sagt § 4 ArbZG genau?
Das Gesetz spricht von „Ruhepausen“: Die Arbeitszeit muss bei mehr als 6 Stunden um mindestens 30 Minuten, bei mehr als 9 Stunden um mindestens 45 Minuten unterbrochen werden. Die Pausen müssen im Voraus feststehen. Eine bloße Unterbrechung nach Arbeitsanfall ist keine verlässlich geplante Ruhepause.
Die 6-Stunden-Grenze
Ohne Ruhepause darf nicht länger als 6 Stunden hintereinander gearbeitet werden. Beginnt die Arbeit um 08:00 Uhr, muss eine Pause spätestens um 14:00 Uhr beginnen, sofern zuvor ohne Unterbrechung gearbeitet wurde. Eine längere Pause am Nachmittag kann eine zuvor versäumte Ruhepause nicht nachträglich ersetzen.
Beispiel: 8 Stunden und 15 Minuten Arbeitszeit
08:00 bis 17:00, Pause 45 Minuten → Netto 8:15. Da über 6 Stunden gearbeitet wird, sind 30 Minuten Pause Pflicht. Mit 45 Minuten ist diese Dauer erfüllt. Die Pause könnte auch in drei Abschnitte von je 15 Minuten aufgeteilt werden. Fünf Unterbrechungen von je 5 Minuten ergeben dagegen nur 25 Minuten und erfüllen auch die Mindestlänge pro Abschnitt nicht.
Beispiel: 10 Stunden und 30 Minuten trotz ausreichender Pause
07:00 bis 18:15, Pause 45 Minuten → Netto 10:30. Über 9 Stunden Arbeit erfordern 45 Minuten Pause. Die Pausendauer reicht hier aus. Die Arbeitszeit von 10:30 Stunden überschreitet aber die Grenze von 10 Stunden nach § 3 ArbZG. Der Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden erlaubt keine pauschale Verlängerung über 10 Stunden hinaus. Gesetzliche Sonderregelungen sind gesondert zu prüfen.
Bezahlt oder unbezahlt?
Das ArbZG regelt die Unterbrechung, nicht ihre Vergütung. Ob eine Ruhepause bezahlt wird, ergibt sich aus der geltenden Vereinbarung. Für die Grenzen des ArbZG zählt eine echte Ruhepause nicht als Arbeitszeit. Mehr dazu im Ratgeber Was zählt als Arbeitszeit?.
Wer kontrolliert die Pausen?
Die Arbeitsschutzbehörden der Länder überwachen die Einhaltung. Verstöße können Folgen für den Arbeitgeber haben. Wenn Pausen regelmäßig ausfallen, halten Sie die tatsächlichen Zeiten fest und sprechen Sie das im Betrieb an. Hinweise zur Dokumentation finden Sie bei der Zeiterfassungspflicht.
Pausen im Stundenzettel dokumentieren
Notieren Sie die tatsächlich genommenen Pausen täglich, um die Nettoarbeitszeit zu berechnen. Der Stundenzettel-Generator führt eine Pausenspalte je Tag und warnt bei einer zu kurzen eingetragenen Pausendauer nach § 4 ArbZG. Den Zeitpunkt und die Länge einzelner Pausenabschnitte prüft er nicht. Einzelne Tage können Sie mit dem Arbeitszeitrechner nachrechnen. Die Mindestpausendauer zeigt der Pausenrechner.
Sonderfälle: Schichtarbeit, Teilzeit, Jugendliche
Schichtarbeit: Die Pausenregeln gelten auch im Schichtdienst. Zwischen zwei Einsätzen ist zusätzlich die Ruhezeit nach § 5 ArbZG zu beachten. Für bestimmte Branchen und Tätigkeiten sieht das Gesetz Abweichungen vor.
Teilzeit und Minijob: Wer mehr als 6 Stunden arbeitet, braucht grundsätzlich mindestens 30 Minuten Ruhepause. Der Umfang des Arbeitsvertrags ändert daran nichts.
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG): Für unter 18-Jährige gelten strengere Regeln. Bei mehr als 4,5 bis zu 6 Stunden Arbeit sind 30 Minuten Pause erforderlich, bei mehr als 6 Stunden 60 Minuten. Für Jugendliche gelten außerdem besondere Höchstarbeits- und Ruhezeiten. Ob das Gesetz anwendbar ist, richtet sich nach dem Alter.
Homeoffice: Auch zu Hause gelten die Pausenregeln. Halten Sie tatsächliche Pausen getrennt von Arbeitsunterbrechungen fest.
Häufige Fragen
Wie viel Pause muss der Arbeitgeber gewähren?
Nach § 4 ArbZG sind bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit mindestens 30 Minuten Pause vorgesehen, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten. Jeder Pausenabschnitt muss mindestens 15 Minuten dauern. Länger als sechs Stunden hintereinander darf nicht ohne Ruhepause gearbeitet werden.
Wird die Pause bezahlt?
Das Arbeitszeitgesetz regelt die Dauer der Ruhepause, nicht deren Bezahlung. Ob eine Pause vergütet wird, ergibt sich aus Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.
Darf ich 30 Minuten in zweimal 15 Minuten teilen?
Ja. Zwei Pausen von je 15 Minuten erfüllen die Mindestdauer von 30 Minuten. Planen Sie die Abschnitte so, dass Sie nicht länger als sechs Stunden hintereinander arbeiten.
Zählt die Pause in die Höchstarbeitszeit?
Eine echte Ruhepause zählt nicht zur Arbeitszeit nach dem ArbZG. Die tägliche Grenze bezieht sich auf die Arbeitszeit ohne solche Pausen.
Gilt die Pausenregel auch für Minijobber und Aushilfen?
Ja. Die Pausenregeln des ArbZG gelten grundsätzlich auch für Teilzeitkräfte und Minijobber.
Quellen und weiterführende Links
- § 4 ArbZG: Ruhepausen — gesetze-im-internet.de
- § 3 ArbZG: Arbeitszeit der Arbeitnehmer
- § 7 ArbZG: abweichende Regelungen
Allgemeine Informationen ohne Gewähr. Für Ihren Fall sind die geltenden Vorschriften, Vereinbarungen und die einschlägige Rechtsprechung maßgeblich.
Keine Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr. Stand 2026.